Ein Abgesang aufs K10: Alles gar nicht so schlimm(?)

Wird demnächst ersetzt: Das legendäre Bistro K10 ist zu teuer für den Weiterbetrieb (Bild: Veranstaltungshinweis des Studierendenwerks)

Das Unibistro K10 ist einer der wichtigsten Anlaufpunkte der bisherigen jüngeren Geschichte der Uni Kassel. Hier wurden soziale Kontakte und jahrelange Freundschaften geformt, nicht nur die des Autors. Wer bis 18 oder 20 Uhr Seminare besuchen musste, bekam hier dennoch leckere Mahlzeiten, die mit der Zentralmensa unbeschwert mithalten konnten, trank Kaffee, Tee und Bier in entspannter Atmosphäre bei halben Schlager-, Techno- und 90er-Parties des humorvollen Küchenteams. Fußballbegeisterte konnten gemütlich ihre WMs und EMs zelebrieren und selbst Weihnachtsfestmähler wurden im K10 großgeschrieben.

Beliebt, aber aus der Zeit gefallen

Entsprechende Empörung gibt es auf den studentischen Kanälen darüber, dass – für viele Studierende aus dem Nichts – nun der zu einer der besten Mensen Hessens gekürte Treffpunkt scheinbar einfach so fallen gelassen werden soll, ohne große Vorwarnung.

In der Onlinekonferenz des Studierendenwers wird aber klar, dass sich die Anzeichen dafür bereits seit Jahren anbahnen. Trotz Samstagsöffnung seit gut fünf Jahren seien die Besucherzahlen offenbar rückläufig. Bei den Samstagsseminaren hätten sich über größere Zeiträume Warteschlangen gebildet, sodass lieber das Bistroangebot nahe der Uni wahrgenommen würde.

Gleichzeitig wären Modernisierungen in Millionenhöhe notwendig, um Faktoren wie Spültechnik und Essensangebot auf den notwendigen Stand zu bringen. Für die studentischen Vertreterinnen und Vertreter sei es zudem nicht akzeptabel, dass die Preise oft nicht auf einem studentenfreundlichen Niveau gehalten werden könnten.

Zentralmensa und Moritz sollen modernes K10 bilden

Mit Tim Sichtermann ist der frühere Küchenleiter des K10 bereits seit 2013 für die moderne Zentralmensa verantwortlich. Sichtermann gibt sich zuversichtlich für die Nachfolge des K10, die auf die Zentralmensa und das Restaurant Moritz verteilt werden soll. Das Gebäude wird dabei wie das K10 auch abends und Samstag öffnen.

Das Ambiente des beliebten Unibistros soll vor allem durch das schöne Interieur des Moritz neue Form finden. Bisherige Ideen umfassen Paninis, veganes und vegetarisches Essen, Cocktailangebote und auch Bier- und Fußballabende könnten Studierenden weiter zur Verfügung stehen. Sogar gelegentliche Liveveranstaltungen wären in einer Welt nach der Pandemie dort denkbar.

Es steht zu hoffen, dass viele solcher Ideen umgesetzt werden und eine dem K10 vergleichbare Atmosphäre mit erschwinglichen Preisen und einer modernen Ausstattung den kommenden Generationen von Studis zur Verfügung steht. Vielleicht ja durch eine weitgehende Übernahme des äußerst populären Küchenteams des legendären, von vielen jetzt schon vermissten Bistros. In dem Fall sollte der Abschied vom langjährigen Treffpunkt aber nicht allzu schwerfallen und angesichts der Hintergründe als eine Chance begriffen werden.

Noch sind Anteile des Konzepts allerdings nicht völlig schriftreif. Daher ist eine weitere Onlinekonferenz des Studierendenwerks geplant, in der noch einmal konkrete Konzepte dargelegt werden sollen. Auch die Seite des StuPa, das durch eine eigene Sitzung verhindert war, soll in der Debatte nochmals zu Gehör kommen.

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