War da nicht was? Über die vergangene und kommende Hochschulwahl an der Universität Kassel

Setzt eure Kreuze bei der Hochschulwahl Ende Januar (Stockfoto: Ulrike Leone/Pixabay)

Das Virus legt unseren gewohnten Studi-Alltag lahm, gewählt wird aber trotzdem. Ein Blick auf die vergangene und kommende Hochschulwahl in Zeiten von Corona.

Wann bist du das letzte Mal auf dem Campus gewesen, hast eine Vorlesung besucht, danach in der Mensa gegessen und zum Abschluss einen Kaffee geschlürft? Ein paar von euch erinnern sich vielleicht auch noch an die letzten Hochschulwahlen im Sommersemester 2019. Draußen herrschten Rekordtemperaturen, jede Bewegung in der sengenden Hitze war ein Kraftakt. Der eine oder andere hat sich dennoch zum Wahllokal geschleppt und seine Stimme abgegeben. 

Gefühlt lange ist das alles her, denn das Coronavirus hat so einiges auf den Kopf gestellt. Nicht zuletzt die Hochschulwahlen, die zumindest zur Hälfte ins Wasser gefallen sind. Denn seit letztem Jahr werden die Vertreter*innen für den Senat und die Fachbereichsräte online gewählt. Ein wahrer Glücksfall in Zeiten von Corona. Für die Wahl des Studierendenparlaments und der Fachschaftsräte gibt es hingegen keine Onlinewahlen. Damit mussten die studentischen Hochschulwahlen wohl oder übel auf das Wintersemester 2020/21 verschoben werden. 

Aber warum diese Zweiteilung? Das liegt an den unterschiedlichen Zuständigkeiten für die Wahlorganisation. Die Wahlen des Senats und der Fachbereichsräte werden vom Wahlamt der Uni Kassel organisiert. Für die Wahlen des Studierendenparlaments und der Fachschaftsräte ist größtenteils der AStA verantwortlich, da es sich hier um Gremien handelt, die sich ausschließlich aus Studierenden zusammensetzen und für deren Interessen eintreten. Die Entscheidung über das Wahlverfahren dieser Gremien wird daher im Studierendenparlament gefällt. Und das hat sich gegen Onlinewahlen ausgesprochen. 

Befürchtet wurde eine eventuelle Wahlmanipulation, da die Überprüfbarkeit der abgegebenen Stimmen erschwert sein könnte. Fraglich ist zudem auch, wie sich das neue Onlinewahlsystem auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Die fällt in der Regel ohnehin eher gering aus und liegt meist bei etwa zehn Prozent. Und während man seine Stimme bei einer Urnenwahl schnell mal zwischen zwei Veranstaltungen abgeben kann, gerät die Möglichkeit zur Online-Stimmabgabe vielleicht eher in Vergessenheit, wenn nicht regelmäßig Erinnerungsmails versandt werden. Allerdings würde das Onlinewahlsystem gerade in diesem Wintersemester den entscheidenden Vorteil bieten, eben nicht vor die Tür zu müssen. 

Sinnvoll oder nicht, für uns Studierende standen dadurch im Sommersemester lediglich die studentischen Vertreter*innen für den Senat und die Fachbereichsräte zur Wahl. Dort vertreten sie unsere Interessen und sitzen zusammen mit Professor*innen, wissenschaftlichen und technisch-administrativen Mitarbeiter*innen an einem Tisch. Wer sich also die Mühe gemacht hat, konnte seine Stimme mit ein paar einfachen Klicks im virtuellen Wahllokal abgeben und musste dafür nicht einmal die eigenen vier Wände verlassen. Von insgesamt 23.232 Wahlberechtigten haben für den Senat 2397 ihre Stimme abgegeben. Damit lag die Wahlbeteiligung wie gewohnt bei etwa zehn Prozent. Als studentische Vertreter*innen wurden Johanna Dangloff (Juso Hochschulgruppe), Richard Finger (Kooperative Witzenhausen und Die.Linke SDS Kassel) sowie Frank Kistner (Verbesserung der Studienbedingungen – Die unabhängige und starke Kraft der Studierenden) gewählt. Seit dem 1. Oktober 2020 sind die neuen Vertreter*innen nun im Amt. 

Die Wahl des Studierendenparlaments und der Fachschaftsräte wird vom 26. bis 28. Januar 2021 stattfinden. Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage wurde im StuPa zuletzt allerdings über eine erneute Verschiebung der Wahl diskutiert, was am Ende aber abgelehnt wurde. Im schlechtesten Fall hätte eine weitere Hinauszögerung zur Handlungsunfähigkeit des StuPa und der Fachschaftsräte führen können, denn bereits jetzt haben schon einige ursprünglich für ein Jahr gewählte Vertreter*innen die Uni verlassen und können ihre Ämter daher auch nicht mehr weiter bekleiden. 

So wird die Urnenwahl Ende Januar aller Voraussicht nach stattfinden. Damit sich aber auch diejenigen an der Wahl beteiligen können, die aufgrund von Corona und des Hybridsemesters nicht auf dem Campus anwesend sein werden, besteht noch bis zum 4. Januar 2021 die Möglichkeit, Briefwahlunterlagen anzufordern. Dafür muss der entsprechende Antrag ausgefüllt und an wahlen@studierende-kassel.de geschickt werden. Die Briefwahlunterlagen können dann bis zum 28. Januar 2021 um 15 Uhr eingereicht werden. 

Vieles ist dieses Mal also anders. So müssen wir wohl auch auf die übliche Wahlwerbung verzichten, denn die Stände, Flyer und Plakate der Hochschulgruppen werden wir aller Voraussicht nach dieses Semester nicht zu Gesicht bekommen. Kontrolliert also am besten euer digitales Postfach, denn dort wird es mit Sicherheit noch einen Wahlreminder geben, auch wenn wir unsere Stimmen nicht online abgeben können. Also Maske auf und ab ins nächste Wahllokal, wenn die Zeit gekommen ist. Oder alternativ die Wahlunterlagen beantragen, damit möglichst viele Studierende ihre Stimme auch unter Coronabedingungen abgeben können. 

Alle Ergebnisse der Hochschulwahlen 2020 (Senat, Fachbereichsräte) findet ihr online auf der Seite der Uni Kassel.

Alle Infos für die Hochschulwahlen 2021 (Studierendenparlament, Fachschaftsräte) sowie den Antrag auf die Briefwahlunterlagen findet ihr online auf der Seite des AStA.

Wahltermin: 26. bis 28. Januar 2021 jeweils von 9:30 bis 15 Uhr

Die Beantragung der Briefwahlunterlagen ist noch bis zum 4. Januar 2021 möglich

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